Kommentar von Kirsten Etzold
zugehöriger Presseartikel "Da werden die Daumenschrauben angelegt"
Zu Beginn des Karlsruher Projekts „Labor“ für junge Menschen, die den Start ins Berufsleben nicht schaffen, war nicht klar, ob das Modell funktioniert. Nun ist der Erfolg offenkundig und auch vom Jobcenter Karlsruhe als wichtigem Geldgeber anerkannt. Dennoch droht dem Projekt das Aus. Nur noch eine Hälfte des Konzepts soll finanziert und ausgerechnet die sozialpädagogische Betreuung abgewürgt werden. Und das, obwohl gerade die umfassende pädagogische Begleitung den Ausschlag dafür gibt, dass die stark mit Problemen belasteten jungen Menschen bei der Stange bleiben.
Verliert Karlsruhe durch die als Reform verkaufte massive Kürzung bei beschäftigungsfördernden Maßnahmen die gerade erst gefundene, gute „Labor“-Mischung, wäre das schlimm für die Betroffenen. Es wäre auch schlecht für die Allgemeinheit. Denn letztlich muss im Sozialfall immer die öffentliche Hand berappen. Da ist es doch weit sinnvoller, mit den eingesetzten Mitteln junge Leute aus der Arbeitslosigkeit zu holen – wie es mit dem Rezept von Sozpädal endlich möglich ist.
Nach aktuellem Stand ist nicht nur das „Labor“ in Gefahr, auch die Arbeitsförderungsbetriebe geraten in den Sog der Kürzungspolitik von oben. Ein Kahlschlag bei der Beschäftigungsförderung droht zu zerstören, was Stadt und Jobcenter durch Ziehen an einem Strang in Karlsruhe erreicht haben
BNN, 10.11.2011
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