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Vermieter machen gute Erfahrungen
Sozpädal gehört zu den größten sozialen Wohnraumagenturen in Deutschland

Die Zahl der Menschen, die keine Wohnung haben, ist bundesweit stark gestiegen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe schätzt, dass in Deutschland rund 860 000 Menschen in Notunterkünften, Obdachlosenheimen, prekären ungesicherten Mietverhältnissen, 52 000 von ihnen sogar auf der Straße leben. Das ist eine Zunahme von etwa 150 Prozent seit 2014. In einer Tagung mit dem Titel „Soziale Wohnraumhilfen“ tauschten am Freitag im Stephanienbad rund 170 Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Erfahrungen mit verschiedenen Projekten sozialer Wohnraumhilfe aus.

„Die stetig sinkende Zahl bezahlbarer Wohnungen sorgt dafür, dass Menschen mit wenig Geld stark benachteiligt werden und kaum noch die Chance haben, eine Wohnung zu finden“, stellt Jörg Mauter, Vorstandsmitglied des Karlsruher Vereins Sozialpädagogische Alternativen (Sozpädal), fest. Der Verein, vor 40 Jahren als Zusammenschluss von Sozialpädagogen gegründet, veranstaltete die Tagung in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe.

„Wohnen ist ein Grundrecht“, unterstreicht Winfried Uhrig, ebenfalls Vorstandsmitglied bei Sozpädal. Aktuell hat der Verein etwa 350 Menschen in gekauften oder angemieteten Wohnungen untergebracht. Mauter zufolge hat sich in Karlsruhe die Zahl der Menschen in obdachlosenrechtlicher Unterbringung in den letzten Jahren von 300 auf 600 verdoppelt. „Wir fungieren als Hauptmieter, so dass für den Eigentümer die Mietzahlung gesichert ist“, erklärt Uhrig. Dies funktioniere so gut, dass die meisten Vermieter inzwischen seit vielen Jahren mit dem Verein zusammenarbeiteten. „Sie machen gute Erfahrungen mit uns und unserer Klientel“, meint Uhrig. 350 Mieter würden unterstützt, pro Jahr gebe es nur in ein bis zwei Fällen Probleme mit dem Vermieter oder Nachbarn.

In Deutschland gibt es nur sieben so genannte soziale Wohnraumagenturen, die wie Sozpädal mehr als 50 Wohnungen im Bestand haben, in Süddeutschland außer in Karlsruhe nur in Stuttgart und Darmstadt. Das berichtet Volker Busch-Geertsema, Sozialwissenschaftler von der Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung in Bremen. Er sagte bei der Tagung: „Eigentlich sollte es solche Einrichtungen in jeder deutschen Stadt geben.“ Allein in Flandern würden rund 8 000 Wohneinheiten so verwaltet.

Werena Rosenke, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, errechnet, dass pro Jahr 120 000 neue Sozialwohnungen gebaut werden müssten, um die Situation in Deutschland zu entschärfen. „Im vergangenen Jahr waren es aber gerade einmal rund 25 000“, meint sie. In Karlsruhe wären laut Mauter pro Jahr 1 000 neue Sozialwohnungen nötig: „Investoren bauen zwar, aber die Wohnungen sind viel zu teuer.“ Rosenke regt an, bei allen geförderten Wohnprojekten einen festen Prozentsatz für Wohnungslose vorzusehen. Sonst profitierten sie auch vom sozialen Wohnungsbau nicht. “ Martina Erhard

BNN 29.06..2019


Pressegespräch zum Auftakt der Fachtagung zum Thema Wohnungslosigkeit (Audiodatei mit freundlicher Genehmigung des SWR):

Weitere Pressereaktionen: dpa Meldung in der Badischen Zeitung, dem Böblinger Boten, in der Schwäbischen, im Südwesten, bei t-online und in der Welt.

Sozpädal im Medienecho 2019

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