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Ein Leben auf der Straße ist unwürdig
Zum Bericht „Die Engel von Gleis 101“ in der BNN vom 6. April

Die Berichterstattung über die Lebenslage wohnungsloser Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie ist dringend notwendig. Wohnungslose Menschen sind in vielfacher Weise gesundheitlich belastet. Ein hoher Anteil muss zur Risikogruppe gezählt werden und bedarf deshalb gerade in dieser Zeit der besonderen Beachtung und der besonderen gesellschaftlichen Fürsorge.

Da es sich bei wohnungslosen Menschen um eine vulnerable Personengruppe handelt, die durch das Leben auf der Straße oder in Notunterkünften in hohem Maße der Ansteckungsgefahr ausgesetzt ist, muss befürchtet werden, dass eine Erkrankung eher schwierig, wenn nicht gar lebensgefährlich verlaufen kann.

Die Landesregierung hat wohlwissend um diese Problematik am 28. Februar in einer Verordnung die ambulanten Einrichtungen und Dienste der Wohnungs­losen­hilfe zur kritischen Infrastruktur gezählt. In dem Artikel entsteht der Eindruck, als ob die Wohnungslosenhilfe weitgehend eingestellt wurde und nur noch ehrenamtliche Helfer die dringend notwendige Unterstützung anbieten. Tatsächlich haben wir von Sozpädal alle unsere Angebote und Dienste, auch unter den Bedingungen und Verhaltensregeln der Pandemie, aufrecht erhalten. Dies gilt sowohl für die ehemals wohnungslosen Menschen, die wir in Wohnungen in der Stadt betreuen.

Dies gilt natürlich auch für den Tagestreff für Frauen (TafF), die Beratungsstelle für Frauen und Paare, die Frauenpension, die Wohnetage und alle obdach­losen­recht­lichen Unterkünfte, in denen wir Betreuungen anbieten.

Und selbstverständlich verteilen wir Essen und Lebensmittel, ebenso können sich die Menschen dort aufhalten, sich waschen und duschen.

Was sich in dieser Krise abzeichnet, sollte aber für die Zeit danach im Gedächtnis bleiben. Ein Leben auf der Straße oder in Notunterkünften ist unwürdig, gesund­heits­schädlich und diskriminierend.

Deshalb muss nun alles dafür getan werden, dass die Versorgung mit Wohnraum wieder in den Bereich der Daseinsfürsorge rückt und es künftig ausreichend bezahlbaren Wohnraum für alle gibt.

Jörg Mauter Sozpädal e. V. Karlsruhe-Weststadt
Leserbrief an die BNN 18.4.20

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