Aktuelles

Team SOZPÄDAL

„Wir brauchen einen Sommer des Protestes!“

Ulrich Schneider (langjähriger Bundesvorsitzender des DPWV)

Am 16.04.2026 enthüllte der Paritätische Gesamtverband ein internes Arbeitspapier Drohender-Kahlschlag. Sozialabbau stoppen.pdf

Wir begrüßen die Veröffentlichung dieses Papiers durch unseren Spitzenverband ganz ausdrücklich, da somit ein Vorhaben, dass zahlreiche Menschen betrifft aus den Hinterzimmern der Politik in den öffentlichen Diskurs eingespeist werden kann.

Wie auch unser Dachverband sind wir angesichts der Kürzungspläne von Bund, Ländern und Kommunen entsetzt: „Die Vorschläge zielen auf radikale Einschnitte bei sozialen Unterstützungsleistungen. Hier droht ein Kahlschlag bei Alltagshilfen, mit einschneidenden Folgen für Betroffene und ihre Familien“, erklärte Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes.

Unter dem Titel „Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen“ werden mehr als 70 Kürzungsvorschläge aufgeführt, die erhebliche Leistungseinschränkungen für Menschen mit Behinderung, Jugendliche und Familien bedeuten.

Um nur einige zu nennen:

  • Die Abkehr von Individualhilfen, sowohl in der Jugendhilfe als auch in der Eingliederungshilfe, wie z.B. Streichung von Integrationshilfen und Schulassistenz.
    Das bedeutet die Abkehr von individuellen Rechtsansprüchen zugunsten von lediglich abstrakten Rechtsansprüchen, welche dann von unseren Klient*innen nur noch sehr bedingt einforderbar, bzw. in Anspruch genommen werden können.
  • Die Abschaffung der Nachbetreuung für junge Erwachsene (§41a SGB VIII) und die Abkehr vom Rechtsanspruch auf Hilfe für junge Volljährige (§41 SGB VIII) hin zu einer Ermessensentscheidung des Jugendamtes wird die ohnehin konstant steigenden Zahlen junger wohnungsloser Menschen weiter in die Höhe treiben.
  • Unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten wird die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften mit herabgesetzten Standards ab 16 Jahren zugemutet.
  • Der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende soll massiv eingeschränkt werden.
    Schon wesentliche Teile dieser kleinen Auswahl verstoßen nicht nur gegen die UN- Behindertenrechtskonvention und gegen die UN-Kinderrechtskonvention, sondern tragen dazu bei Armut und Wohnungslosigkeit zu verschärfen und die Schere der Ungleichheit in diesem Land weiter auseinanderzutreiben.

Weiter stellen diese Vorschläge einen massiven Angriff auf fundamentale Grundsätze des Wohlfahrtstaates dar. Vorschläge wie Einschränkung des Subsidiaritätsprinzips zugunsten der öffentlichen Träger sollen hier offensichtlich der Begrenzung des gemeinnützigen Bereiches dienen, während gleichzeitig in allen anderen ökonomischen Bereichen Privatisierung und Outsourcing als angeblich bessere Lösung öffentlicher Aufgaben propagiert werden. Die Begrenzung des Wunsch- und Wahlrechts auf „wirtschaftlich angemessene“ Angebote ignoriert einerseits die Formulierung von Bedarfen von Adressat*innen und verdächtigt gleichzeitig Freie Träger pauschal unangemessene Entgelte zu fordern. Das ist aus unserer Sicht als dem Gemeinwohl verpflichteter Träger inakzeptabel und muss umgehend zurückgewiesen werden.

Allein diese wenigen aus der Liste der Kürzungsvorschläge ausgewählten Bereiche verschieben das bisher konsensuale Dreiecksverhältnis zwischen Öffentlichem Träger, Adressat*innen und Freien Trägern einseitig in Richtung Öffentlichem Träger mit unabsehbaren Folgen sowohl für Hilfedürftige als auch Zivilgesellschaft. Aus der Entwicklung des Sozialetats lassen sich diese massiven Einschnitte nicht begründen. Sein Anteil pendelt seit 2009 stabil um den Wert von etwa 30%.

Das bestehende Hilfesystem ist das Ergebnis eines seit Jahrzehnten andauernden Prozesses der Entwicklung und Ausdifferenzierung, ein „soziales Gesamtkunstwerk“, wie es der große französische Soziologe Pierre Bourdieu genannt hat. Es hat Chancengleichheit für benachteiligte Menschen bei Erziehung, Bildung und soziale Teilhabe im Blick und ist damit demokratiefördernd. Die vorgeschlagenen Einsparungen sind deshalb nicht nur im Hinblick auf die Folgekosten für nicht gewährte Unterstützung fraglich, sondern tragen bei zu einer Schieflage, die das Gesamtgefüge erschüttert.

Das dürfen wir als Zivilgesellschaft nicht zulassen! Wir meinen: Der Staat sollte für die Menschen da sein, nicht die Menschen für den Staat.

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Renovierung LaBOR bei SOZPÄDAL

Renovierungsaktion beim Projekt LaBOR

Am 24. März 2026 fand beim Projekt LaBOR von SOZPÄDAL E.V. in Karlsruhe eine besondere Renovierungsaktion statt. Zehn engagierte Mitarbeitende der Firma Siemens aus Karlsruhe unterstützten das Team tatkräftig dabei, die Räumlichkeiten des Projekts aufzufrischen und zu verschönern.

Das Projekt LaBOR richtet sich an wohnungslose junge Erwachsene und bietet ihnen einen geschützten Raum sowie wichtige Unterstützung auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Umso wertvoller war der Einsatz der freiwilligen Helfenden, die mit großem Engagement und viel Motivation an die Arbeit gingen.

Gemeinsam wurde gestrichen, ausgebessert und neugestaltet. Dabei stand nicht nur die praktische Arbeit im Vordergrund, sondern auch der Austausch und das Miteinander. Die positive Stimmung und die sichtbaren Fortschritte sorgten bei allen Beteiligten für große Zufriedenheit und Freude.

Für SOZPÄDAL E.V. kann diese Aktion als voller Erfolg gewertet werden. Sowohl die Mitarbeitenden von Siemens als auch das Team vor Ort blicken auf einen gelungenen Tag zurück, der gezeigt hat, wie wertvoll gemeinschaftliches Engagement sein kann.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten für ihren Einsatz und freuen uns auf weitere Kooperationen dieser Art.

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Udo Dreutler

Udo Dreutler

Udo Dreutler war unserem Verein jahrzehntelang eng verbunden und hat unsere Arbeit auf vielfältige Weise unterstützt. Neben seinen großzügigen finanziellen Hilfen möchten wir besonders den Film erwähnen, den er zu unserem 25-jährigen Jubiläum produziert hat. Unbehauste Menschen waren ihm ein besonderes Anliegen, daher bedachte er schwerpunktmäßig wohnungslose- und geflüchtete Menschen mit seiner Unterstützung. Wir vermissen ihn sehr und werden weiter mit großer Dankbarkeit an ihn denken.

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KSC-Fanprojekt: Rechtsunsicherheit für Sozialarbeiter*innen bleibt!

„Eingestellt mit Geldauflage“, unter diesem Titel haben die BNN am 17.10.25 über den Prozess gegen die 3 Sozialarbeiter*innen des Karlsruher Fanprojektes vor dem Landgericht berichtet. – Das Verfahren ist eingestellt, geklärt ist nichts. Jetzt ist die Gesetzgebung gefordert. Lesen Sie hier die Presseerklärung des Bündnisses für ein Zeugnisverweigerungsrecht.
Weitere Infos zum Thema finden sich hier.

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Claudia Spieß von SOZPÄDAL bei Ihrem Input bei der Veranstaltung Weiblich, wohnungslos und psychisch erkrankt im Juli 2025

Weiblich, wohnungslos und psychisch erkrankt

SOZPÄDAL E.V. trägt kontinuierlich zur Fortentwicklung des Hilfesystems für wohnungslose Menschen bei. Unsere Kollegin Claudia Spieß hier bei Ihrem Input bei der Veranstaltung „Weiblich, wohnungslos und psychisch erkrankt – eine Herausforderung für Betroffene und Sozialarbeit“ des Liga-Unterausschuss „Wohnungslose Frauen“ (Liga der freien Wohlfahrtspflege Ba-Wü) am 17. Juli 2025 I Stuttgart!

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