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"Es muss umverteilt werden"
Neujahrsempfang des Paritätischen und der Reha Südwest beschäftigt sich mit Armut und Reichtum

kab. Ein „heißes Eisen“ haben der Kreisverband Karlsruhe des Paritätischen und die Reha-Südwest gGmbH bei ihrem gemeinsamen Jahresempfang im Hardtwaldzentrum in den Fokus gerückt: Zum Thema „Umfairteilen – Reichtum besteuern“ hielt der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider, einen Gastvortrag und bedankte sich dafür, dass man es gewagt habe, dieses Thema anzuschneiden.

„Wenn man über Reichtum und Armut sprechen möchte, löst das bei Menschen viele, oft sehr negative Emotionen aus“, betonte Schneider. „Ich erlebe es tagtäglich, wie vielen Beschimpfungen man ausgesetzt ist, wenn man sich traut die Wahrheit auszusprechen: dass wir dringend Wege finden müssen, um umzuverteilen.“ Bislang habe sich der Paritätische bewusst aus politischen Fragestellungen herausgehalten. „Nun aber müssen wir uns einmischen, denn wir haben schon bald nicht mehr das Geld, um für die Menschen da zu sein, für die wir da sein sollen und wollen“, erklärte Schneider. „Im Bereich Pflege spüren wir den finanziellen Druck bereits heute sehr deutlich: Rund 70 Minuten können im Schnitt einem Pflegebedürftigen am Tag de facto zugestanden werden. Wenn wir dieser bedauerlichen Entwicklung entgegensteuern möchten, kommen wir nicht umhin klarzustellen, dass wir mehr Geld brauchen.“

Schneider betonte, dass auch ein Blick auf die Staatsverschuldung sowie auf das in Deutschland vorhandene Barvermögen in Privathaushalten, besonders in einkommensstarken Haushalten, nur einen Schluss zulassen: „Es muss umverteilt werden“, sagte er.

Auch Günther Petry, neu gewählter Landesvorsitzender des Paritätischen, widmete sich in seinem Grußwort diesem Thema. „Es muss ein gesellschaftliches Umdenken stattfinden“, forderte er. „Wir, die wir im sozialen Bereich tätig sind, wissen, dass die Teilhabe der uns anvertrauten Menschen am gesellschaftlichen Miteinander durch Armut stark eingeschränkt wird. Und wir wissen, dass durch das stark wirtschaftlich geprägte Denken unserer Zeit, inzwischen sogar Zuwendung quasi gekauft werden muss.“

Sozialbürgermeister Martin Lenz erklärte, dass Karlsruhe mit unverminderter Kraft die Armut weiter bekämpfen werde. „Wir wollen eine soziale Stadt sein, aber dennoch driften Arm und Reich immer weiter auseinander“, sagt er. „Es ist wichtig, dass die Sozialverbände der Armut eine Stimme geben und ein gesellschaftliches Umdenken fordern.“

Tobias David, Geschäftsführer der Reha-Südwest und stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Baden-Württemberg des Paritätischen, ging auf die Aktivitäten beider Verbände im abgelaufenen Jahr ein und gab auch einen Ausblick auf künftige Projekte.

„Im Jahr 2013 wollen wir uns verstärkt dem Thema unterstützte Kommunikation widmen“, sagte er. „Eingeschränkte Kommunikation ist ein großes Hindernis bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“

BNN 23.02.2013

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