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Frauentag im Tollhaus TV
Veranstalter zeichnen Frauenfrühstück digital auf

Monika John - BNN 06.03.2021

„Wenn nicht jetzt, wann dann“, könnte das Motto des Frauenfrühstücks anlässlich des Inter­nationalen Frauen­tages lauten. Seit fast einem Jahr planten das Kulturzentrum Tollhaus und das IBZ (Internationales Begegnungszentrum) in Kooperation mit den Sozpädal (Sozial­päda­gogischen Alternativen) und der Gleichstellungs­beauftragteb Karlsruhe ein Frauenfrühstück zu den Themen Kultur, Gewalt, Alltagsrassismus und -sexismus, Hass im Netz und Care-Berufe.

Gewalt gedeiht dort, wo ein strukturelles Machtgefälle besteht.
Verena Meister
Gleichstellungsbeauftragte

Nun hat Corona dem Live-Auftritt von Expertinnen vor vielen Frauen aus der Region im großen Saal des Tollhauses einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht. Doch die Veranstalterinnen zeigten sich flexibel und zeichneten die Impulse gebende Aktion kurzerhand im Tollhaus TV auf. Gastgeberin und Moderatorin Britta Velhagen kündigte an, dass das Frauenfrühstück ab Sonntag, 7. März, um 11 Uhr auf Sendung ist. Alle genannten Themen kommen so zur Sprache und können zu Hause beim Frühstück weiter diskutiert werden.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Karlsruhe, Verena Meister, verweist beispielsweise darauf, dass jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben physische oder sexuelle Gewalt erlebt hat. Bei jeder vierten Frau geschehe dies sogar durch den eigenen Partner. 30.000 Frauen und Kinder suchen nach ihren Angaben jährlich Schutz in Frauenhäusern, davon mehr als 500 Frauen alleine in der Fächerstadt. „Gewalt gedeiht dort, wo ein strukturelles Machtgefälle zwischen Geschlechtern besteht“, betont sie.

Serena Schmidt vom Feministischen Kollektiv Karlsruhe thematisiert digitale Gewalt gegen Frauen, Hass, Mobbing und Verunglimpfungen im Netz. Sie weist auf die Kundgebung für Frauenrechte hin. Diese soll am Internationalen Frauentag, am Montag, 8. März, um 17.30 Uhr auf dem Friedrichsplatz coronakonform realisiert werden.

Impulse zum Thema Pflegeberufen geben die Leiterinnen des IBZ, Eva Geerken und Iris Sardarabady. Als Gast haben sie Consolata Muovya von den ViDia-Klinken eingeladen, die viele Fragen zu den Belastungen im Beruf, zur Bezahlung, zum Personalmangel und zur mangelnden Wertschätzung beantwortet.

Lissi Hohnerlein vom Tagestreff für Frauen (Taff) macht auf das Schicksal wohnsitzloser Frauen aufmerksam. Zur Sprache bringt sie auch Probleme, mit denen Alleinerziehende sich täglich herumschlagen müssen. Corona habe viele Schwierigkeiten wie durch ein Brennglas deutlich sichtbarer gemacht, betont sie.

Die Redebeiträge der Frühstücksteilnehmerinnen werden von kulturellen Beiträgen, Musik, Gesang und Kabarett umrahmt.

Der Internationale Frauentag macht seit mehr als 100 Jahren weltweit auf Frauenrechte, die Gleichstellung der Geschlechter und bestehende Diskriminierungen aufmerksam. Die Geschichte des Weltfrauentags begann 1908 in den USA, verbreitete sich in den Folgejahren in Europa und wurde 1975 weltweit von der UNO institutionalisiert – als Internationaler Frauentag.

Video der Veranstaltung auf Youtube

 

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